Akne – Definition, Ursachen und Risikofaktoren

Akne - Definition

Akne zählt zu den weltweit mit Abstand häufigsten Hautkrankheiten. Ein Großteil der Bevölkerung ist zumindest einmal im Leben von einer leichteren Form dieser Erkrankung betroffen. Allgemein versteht man unter Akne entzündliche Veränderungen von sogenannten Hautanhangsgebilden, und zwar in erster Linie Talgdrüsen und Haarfollikel. In der Folge bilden sich die für das Krankheitsbild typischen Pickel und Pusteln.

Das Ausmaß und der Verlauf der Krankheit können dabei individuell sehr verschieden sein. Üblicherweise differenziert man zwischen mehreren Formen der Akne, wovon einige endogen, das heißt von innen her verursacht werden, während andere auf äußere Faktoren zurückgehen. Zu den häufigsten endogen verursachten Formen zählt die Acne vulgaris ("gewöhnliche Akne"). Sie tritt zumeist in der Pubertät auf und klingt spätestens ab dem 25. Lebensjahr wieder ab. Bevorzugt zeigen sich die Hautveränderungen dabei im Gesicht, im Nacken und Dekolleté, seltener auch im Rücken- und Brustbereich sowie in der Leistenregion.

Je nach Verlaufsform und Schweregrad lässt sich zwischen drei Formen der Acne vulgaris differenzieren. Die leichteste Form nennt man Acne comedonica, dabei treten hauptsächlich Mitesser und höchstens leichte Entzündungen auf. Bei der Acne papulo-pustulosa kommt es bereits zu mäßig starken Entzündungen, das Hautbild ist von eitergefüllten Papeln und Pusteln geprägt. Die schwerste Form wird als Acne conclobata bezeichnet, hier bilden sich starke, schmerzhafte Entzündungsherde, 

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die zum Teil tief in das Gewebe hineinreichen. Die Gefahr, dass bei der Abheilung dieser Entzündungen Narben zurückbleiben, ist relativ hoch. Die Krankheit erfordert daher unbedingt eine medizinische Behandlung. Seltener treten die für Akne typischen Hautveränderungen vor und nach der Pubertät auf. Je nach Lebensalter unterscheidet man die sogenannte Acne neonatorum, die bei Neugeborenen auftritt, die Acne infantum, die sich im Kindesalter zeigt, sowie die Acne tarda, die Erwachsene nach dem 25. Lebensjahr betrifft. Die sogenannte Acne inversa ist eine eigenständige Krankheitsform, bei der es zu einer schweren, chronischen Entzündung von Talgdrüsen und Haarfollikel kommt. Sie tritt üblicherweise nicht im Gesicht, sondern in den Achselhöhlen oder in der Leistenregion auf, ihre Entstehung ist medizinisch nicht völlig geklärt.

Neben diesen innerlich verursachten Formen der Akne gibt es auch solche Arten, die durch Umwelteinflüsse entstehen. Beispielsweise können bestimmte Medikamente und Kosmetika bzw. deren Inhaltsstoffe entzündliche Hautveränderungen hervorrufen. Die sogenannte "Mallorca-Akne" tritt nach intensiver Einwirkung von UV-Strahlung auf, wahrscheinlich fördern die entstehenden freien Radikalen zusammen mit Hautfetten und Sonnenschutzcremes das Auftreten von Entzündungen.

Entstehung und Ursachen von Akne

Dass in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene von Akne betroffen sind, ist auf hormonelle Faktoren zurückzuführen. Während der Pubertät nimmt sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen die Produktion von männlichen Sexualhormonen (Androgenen) zu. Diese Hormone fördern die Produktion von Hautfett in den Talgdrüsen, wobei das Ausmaß auch von genetischen Faktoren abhängt. Das Hautfett (Sebum) ist grundsätzlich dafür verantwortlich, dass die Haut nicht austrocknet. Da jedoch die Akne-Haut an der Oberfläche oft stärker verhornt, kommt es zu einer Verengung der Ausführungsgänge der Talgdrüsen. In der Folge beginnt sich der Talg in den Talgdrüsenfollikel zu stauen und es bildet sich ein erhabener, etwa stecknadelkopfgroßer Talg-Horn-Pfropf aus, den man als Mitesser bezeichnet. Dieses Stadium entspricht der Acne comedonica.

Mitesser können sich von selbst wieder zurückbilden. Häufig aber beginnen sie sich zu entzünden, denn der Talg-Horn-Pfropf stellt einen guten Nährboden für bestimmte Bakterien dar, die sich natürlicherweise auf der Hautoberfläche befinden. Die Bakterien zersetzen den Talg im Inneren des Mitessers und bilden dabei Stoffwechselprodukte, auf die das Immunsystem mit einer Entzündung reagiert. Auf diese Weise entstehen die typischen eitergefüllten Papeln und Pusteln und damit das Erscheinungsbild der Acne papulo-pustulosa.

Wenn sich der angestaute Eiter innerlich in das umgebende Gewebe ergießt, kommt es zu einer weitergehenden Entzündung größerer Hautareale. Es bilden sich teils tiefe Abszesse und Fisteln, die mit Gewebszerstörungen verbunden sind. Diese Abszesse verursachen nicht nur Schmerzen, sie können auch Vernarbungen zur Folge haben. Manchmal kommt es bei der dieser schweren Form der Acne conclobata auch zu einer bleibenden Hyperpigmentierung, das heißt zu einer Verdunklung der betroffenen Hautbereiche. Wegen der Gefahr bleibender Hautschäden sollte diese schwere Akne immer ärztlich behandelt werden. In jedem Fall sollten Sie das Ausdrücken oder Aufkratzen von Pickeln und Pusteln vermeiden. Das fördert Entzündungen und das Hautbild verschlechtert sich weiter.

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Risikofaktoren

Neben hormonellen Faktoren können auch weitere Ursachen für die Entstehung von Akne verantwortlich sein. Da die Hautkrankheit in manchen Familien gehäuft auftritt, ist davon auszugehen, dass erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Wahrscheinlich unterscheidet sich die Empfindlichkeit der Talgdrüsen gegenüber den männlichen Sexualhormonen je nach genetischer Ausstattung, so dass manche Jugendliche in der Pubertät stärker, andere dagegen kaum betroffen sind. Bei empfindlichen Personen können Hormonschwankungen auch im späteren Lebensalter zu Akne führen. Viele Frauen bemerken kurz vor der Menstruation eine erhöhte Neigung zu Pickel und Hautunreinheiten. Das ist auf den steigenden Androgenspiegel sowie den sinkenden Östrogenspiegel zurückzuführen, denn Östrogene haben eine hemmende Wirkung auf die Talgdrüsen.

Darüber hinaus spielen Umwelteinwirkungen und der Lebensstil eine entscheidende Rolle. Bestimmte Medikamente sind dafür bekannt, die Entstehung von Akne zu fördern. Dazu zählen etwa Kortison-Präparate, Antibiotika, bestimmte Psychopharmaka, Vitamin-B-Präparate sowie androgenhaltige Mittel. Anabolika, die von manchen Kraftsportlern als Doping-Mittel missbraucht werden, sind androgenhaltig und können zu schweren Formen von Akne führen. Auch das Rauchen kann eine bestehende Akne verstärken.

Zu den begünstigenden Faktoren gehören außerdem bestimmte Kontaktstoffe. So können beispielsweise Paraffine in Kosmetika die Entstehung von Hautunreinheiten fördern. Der Hinweis "nicht komedogen", der auf der Verpackung vieler Kosmetika zu finden ist, bedeutet, dass keine derartigen Stoffe enthalten sind. Auch Personen, die häufig in einer feuchten, warmen Umgebung arbeiten und deren Haut durch Öle oder Schmiermittel stark belastet wird, leiden in der Folge oft unterAkne. Diese äußerlich verursachten Formen der Akne verschwinden üblicherweise wieder, sobald die Person den auslösenden Stoff meidet.

Ob auch die Ernährung Akne hervorrufen oder verstärken kann, gilt wissenschaftlich nicht als völlig gesichert. Manche Betroffene bemerken, dass sich das Hautbild nach dem Konsum von fett- und zuckerhaltigen Speisen oder von Milchprodukten verschlechtert, allgemeine Ernährungsempfehlungen lassen sich daraus jedoch nicht ableiten.

Ein wichtiger Faktor ist schließlich die Psyche. Durch Stress und seelische Belastungen kann sich die Akne verschlimmern, wodurch häufig ein Teufelskreislauf in Gang gesetzt wird: Viele Betroffene, vor allem Jugendliche, empfinden die Hautunreinheiten als stigmatisierend und reagieren mit sozialem Rückzug, um Ablehnung zu vermeiden. Wenn die Akne von Depressionen und Ängsten begleitet wird, sollten auch diese gezielt behandelt werden. Einige Betroffene neigen außerdem dazu, an den Pickeln und Mitessern zu drücken und zu kratzen, was mitunter zwanghafte Formen annehmen kann. Durch die Manipulation verstärken sich die Entzündungen, eine ursprünglich leichte Form der Akne kann sich auf diese Weise bedeutend verschlechtern. Manche Ärzte betrachten dieses Verhalten auch als eine milde Form der Selbstverletzung.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Hautkrankheit Akne ein komplexes Geschehen zugrunde liegt. Hormonelle, genetische, äußere und psychische Faktoren spielen zusammen und entscheiden darüber, ob und wie stark die Akne in verschiedenen Lebensphasen auftritt. Leichte Formen betreffen einen Großteil der Jugendlichen und verschwinden nach der Pubertät oft völlig von selbst. Schwere Formen der Akne sollten immer vom Hautarzt behandelt werden, denn das Risiko für Folgeschäden ist hoch. Es können Narben und Hyperpigmentierungen zurückbleiben, die gerade im Gesicht von vielen Betroffenen als stark belastend empfunden werden. Da diese Aknenarben tiefere Geweberegionen betreffen, sind sie nachträglich zwar behandelbar, ist jedoch ein langwieriger Prozess. Auf diese Weise kann die Akne bleibende Spuren hinterlassen.