Microneedling

Microneedling: ein neuer Beauty-Trend aus Hollywood

Das sogenannte Microneedling ist ein relativ neues Verfahren in der ästhetischen Dermatologie, welches erst vor wenigen Jahren entwickelt wurde. Und da es sich hierbei um ein sehr sanftes Verfahren handelt, durch welches die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden, wird diese Methode auch von zahlreichen Hollywoodstars geschätzt.

Wer sich in Deutschland ebenfalls einer Anti-Aging-Behandlung für strahlend schöne Haut mittels Microneedling unterziehen möchte, hat nun die Gelegenheit dazu.

Was ist Microneedling?

Bei diesem Verfahren werden die problematischen Stellen der Haut mit einem sogenannten Dermaroller oder 

Needling-Pen behandelt.​ 
Ein Dermaroller ist eine Art Walze, die mit feinen Nadeln gespickt ist. Der Needling-Pen ist eine Art Stift, auf den ein steriler Nadelaufsatz gesetz wird. Hierbei kann man nun die Einstichtiefe der Nadeln, die Nadelanzahl und die Geschwindigkeit des Einstechens einstellen.

Microneedling Roller

Während der Behandlung wird der Dermaroller oder Needling-Pen nach einem bestimmten Muster über die problematischen Hautzonen geführt. Dabei wird die Haut punktiert, was zu einer Zellreizung der Hautzellen führt. Dadurch wiederum wird einerseits die Durchblutung gefördert, andererseits werden zugleich natürliche Wachstumsfaktoren freigesetzt.

Microneedling Pen

Hierbei handelt es sich vor allem um Hyaluronsäure, elastische Fasern und Kollagen, das im Bindegewebe in den untersten Schichten der Haut neu gebildet wird. Somit werden durch das Microneedling also genau die Bestandteile der Haut aktiviert, die für eine straffe und glatte Oberflächenstruktur sorgen.

Wie Gewebeuntersuchungen, die bei Patienten wenige Wochen nach dem Behandlungstermin durchgeführt wurden, gezeigt haben, hat sich der Anteil dieser Stoffe durch die Maßnahme zumindest verdoppelt, in einigen Fällen sogar verzehnfacht. Die positiven Auswirkungen auf das Hautbild insgesamt wurden mittlerweile auch in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt.

Für wen kommt die Behandlung infrage?

Da sich die Patienten einer Microneedling-Behandlung am ganzen Körper unterziehen können (unabhängig von ihrem Hauttyp), eignet sich diese Anti Aging Behandlung für eine Vielzahl von Hautproblemen. Doch weil es sich in erster Linie um eine kosmetische Anwendung handelt, erfolgt diese am häufigsten in Gesicht und Hals sowie an Händen und im Bereich des Dekolletés. Besonders gut bewährt hat sich die Methode bei folgenden Hautproblemen:

  • Narben wie Operationsnarben, Aknenarben oder Verbrennungsnarben
  • Falten
  • Schwangerschaftsstreifen/Dehnungsstreifen
  • Pigmentstörungen
  • Probleme an der Kopfhaut, oft in Verbindung mit Haarausfall

So läuft die Microneedling-Therapie ab

Da die Behandlung ohne Betäubung nach einer gewissen Zeit unangenehm bis schmerzhaft werden kann, wird etwa eine Stunde vor der eigentlichen Behandlung eine entsprechende Salbe auf die zu behandelnde Hautpartie aufgetragen. Sobald die betäubende Wirkung eingesetzt hat, wird die Haut sorgfältig desinfiziert, anschließend wird zum Beispiel Hyaluron oder PPP (platelet poor plasma= Thrombozyten armes Plasma) aufgetragen. Dies hat zur Folge, dass die positiven Wirkstoffe durch das Microneedling in die tieferen Schichten der Haut eingebracht werden können. Bei Bedarf greifen die Mediziner während des Microneedling auf die Kaltluftanästhesie zurück. Dabei handelt es sich um die Betäubung der jeweiligen Hautpartie durch Kälte. Der Vorteil: Die Behandlung ist für den Patienten jetzt nahezu schmerzfrei.

Die Hautrötung, die nach der Behandlung auftritt, ist üblicherweise nach einem bis zwei Stunden abgeheilt. Auch winzige Blutungen können auftreten, die sich jedoch einfach abwischen lassen. Damit diese Symptome schneller abklingen, werden spezielle Cremes aufgetragen, sodass sich die Haut schneller beruhigen kann. Auch kleine Schwellungen, die einige Tage lang anhalten können, treten möglicherweise auf. Auch hierbei handelt es sich um eine völlig natürliche Reaktion. Schließlich werden durch das Microneedling zahlreiche kleine Verletzungen der Haut simuliert, worauf der Körper eben entsprechend reagiert.

Allerdings lassen sich auch die positiven Auswirkungen des Microneedling direkt nach der Behandlung spüren. So fühlt sich die Haut bei den meisten Patienten bereits vitaler und straffer an. Die gewünschte Langzeitwirkung, nämlich

Microneedling Ergebnis

​die Straffung der Haut und die Neubildung von Kollagen, tritt hingegen erst nach einigen Wochen ein. Eine deutliche Verbesserung des Hautbildes ist bis zu vier Monate nach dem Microneedling zu erwarten.
Sollte das Ergebnis noch nicht optimal sein, kann die Microneedling-Behandlung nun gegebenenfalls wiederholt werden.



Wie viele Sitzungen sind notwendig?

Wie viele Sitzungen notwendig sind, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, ist von der Art und dem Schweregrad der Hautprobleme abhängig. In den meisten Fällen reichen eine bis fünf Sitzungen in einem Abstand von etwa vier Wochen aus. Lediglich bei der Behandlung von Narbengewebe können längere Behandlungen oder häufigere Sitzungen notwendig sein, weil dieses Gewebe langsamer reagiert.

Um jedoch auf Dauer positive Effekte zu sehen, sollte die Behandlung fortlaufend wiederholt werden. Circa zwei bis fünf Sitzungen alle zwei bis drei Jahre sind zu empfehlen.

Können Nebenwirkungen auftreten?

Gravierende Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, sofern das Microneedling durch einen Fachmann sachgerecht durchgeführt wird und wenn auch die Nachbehandlungen sorgfältig vonstattengehen. Lediglich Rötungen und Blutergüsse können innerhalb der ersten Tage nach der Behandlung auftreten. Verstärkt ist das der Fall, wenn die Patienten blutverdünnende Medikamente wie Ibutropfen oder Aspirin einnehmen. Nach den Anwendungen sollten die Patienten etwa eine Woche lang Sonnenschutzcreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 auftragen und Sonnenbäder sowie Solarien meiden. Damit beugen sie einer möglichen Hyperpigmentierung vor.

Das Microneedling eignet sich nicht für Patienten, die eine Neigung zur übermäßigen Narbenbildung besitzen - außer die Methode wird zur Beseitigung von Narben empfohlen. Leiden die Patienten unter ansteckenden Krankheiten wie AIDS oder Hepatitis, sollte auf diese Behandlung ebenfalls verzichtet werden. Eine vorbeugende Behandlung ist für Patienten notwendig, die zu Herpes neigen. Denn durch diesen Virus können auf der frisch behandelten Haut hässliche Narben entstehen. Keinesfalls darf die Behandlung erfolgen, wenn die Haut der Patienten an den Stellen, welche behandelt werden sollen, unter akuten Entzündungen leidet.

Wie erfolgreich ist die Microneedling-Therapie?

Welche Ergebnisse sich durch das Microneedling erzielen lassen, hängt von mehreren Faktoren ab. So reagiert eine junge Haut wesentlich schneller als eine ältere Haut, sodass hier unter Umständen mehrere Sitzungen notwendig sind. Bei Patienten, deren Haut sich nur schlecht regeneriert, lässt sich unterstützend zum Microneedling die PRP-Therapie anwenden. Diese Kombination hat zur Folge, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers stärker stimuliert werden, sodass sich schneller ein besseres Ergebnis erzielen lässt.

Bei der Behandlung von Falten wirkt die Haut schon ein paar Tage nach der Sitzung straffer. Innerhalb von wenigen Wochen verschwinden feine Falten komplett, während tiefere Falten flacher werden. Für die Behandlung von Narben sind normalerweise drei Sitzungen notwendig. Als Folge des Microneedling flachen die Narben ab und ihre Haut gleicht sich der normalen Hautfarbe an. Auch bei Pigmentstörungen und Schwangerschaftsstreifen gleichen sich die behandelten Hautpartien farblich wieder der eigentlichen Hautfarbe an.

Lediglich Probleme an der Kopfhaut wie Haarwurzelschmerzen oder Trichondynie erfordern einen etwas größeren Aufwand in Form von mehr Sitzungen. Auch in diesem Fall kann es einige Monate dauern, bis sich der gewünschte Behandlungserfolg eingestellt hat.