Giftstoffe in der Kosmetik

Gehören Sie auch zu den Frauen, die das Haus nie ohne Schminke verlassen? Fühlen Sie sich nackt so ganz ohne Concealer, Foundation oder Wimperntusche? Dann ahnen Sie vermutlich auch nicht, mit welchen Giftstoffen Sie täglich hantieren und was das für Ihre Haut eigentlich bedeutet. Die Vielzahl der frei verkäuflichen Kosmetikprodukte enthält nämlich leider deutlich mehr schädliche Bestandteile als unsere Nahrung.

Das Fatale daran ist, dass wir die giftigen Stoffe der Lebensmittel mit Hilfe unserer Verdauungsorgane ganz gut aus dem Körper schleusen können. Werden bestimmte Chemikalien aber direkt auf die Haut gecremt, gelangen sie ganz ohne Umwege sofort in den Blutkreislauf. 

Was bewirken die Giftstoffe in Kosmetikprodukten im menschlichen Körper?

Mittlerweile weiß man, dass viele der enthaltenen Stoffe Krankheiten wie Allergien oder Krebs begünstigen können. Einige der Bestandteile können sogar unser Erbgut negativ beeinflussen.

Auch wenn es noch nicht zu jedem Gift eine wissenschaftlich fundierte Langzeitstudie gibt, schätzt man die Gefahren relativ hoch ein. Woher sonst kommen zahlreiche Allergien und andere Beschwerden?

Giftstoffe in der Kosmetik

Viele Ärzte sind der Meinung, dass es sich bei einigen Symptomen um reine Zivilisationskrankheiten handelt, die es in der Form vor einigen Jahren noch nicht gab. Als Gründe dafür sieht man vor allem die zunehmende Industrialisierung sowie die global verfügbaren Rohstoffe jeglicher Art. Dabei sind nicht die ursprünglichen Zusätze gemeint, sondern hauptsächlich die synthetisch hergestellten Mittel. Unser Körper ist nämlich von Natur aus eigentlich nicht darauf ausgelegt, derartige Stoffe zu verarbeiten. Das führt dann nicht selten zu Irritationen oder gar ernsthaften Erkrankungen.

Ein Beispiel sind zugesetzte Parabene, die antibakteriell wirken. Allerdings verlängern sie nicht nur das Mindesthaltbarkeitsdatum Ihres Kosmetiktiegels, sondern setzen sich auch in den Organen ab. Dabei wirken sie ähnlich wie weibliche Östrogene und können dadurch den Hormonhaushalt empfindlich stören.

Häufig werden auch Mineralöle untergemischt, um die Konsistenz beliebig zu verändern. Sie sorgen nicht selten für verstopfte Poren und Pusteln.

Auch Palmöl ist da keine wirklich gute Alternative. Es zählt zu den billigsten Ölen überhaupt und enhält sehr häufig giftige Pestizide. Diese stehen schon länger in Verdacht, Krebs auszulösen. 

Hinzu kommt Mikroplastik, das nicht zuletzt durch die Verpackungsmaterialien in das Produkt gelangt. Diese Giftstoffe können bei langfristiger Anwendung unser Erbgut verändern.

Welchen Einfluss haben die giftigen Stoffe der Kosmetik für unsere Umwelt?

Die zugesetzten Chemikalien haben längst nicht nur einen schlechten Einfluss auf den menschlichen Körper. Auch unsere Umwelt leidet zunehmend unter den synthetischen Stoffen.

Unsere Medien sind voll von Berichten zum Thema Mikroplastik. Das sind kleinste Partikel aus Kunststoff, die selbst die Filter der Kläranlagen ungehindert passieren und somit wieder ins Grundwasser gelangen können. Von dort aus nehmen wir das Mikroplastik dann früher oder später wieder zu uns. 

Das Gleiche gilt für bestimmte Chemikalien, die für ganz spezielle Eigenschaften der Kosmetika sorgen sollen. Viele davon können rein technisch nicht mehr aus dem Abwasser gefiltert werden. Damit entsteht ein ewiger Kreislauf, der mit der Zeit zu einer immer größeren Verschmutzung führt. Wenn man es ganz kritisch betrachtet, vergiften wir uns im Grunde selbst.

Warum werden diese Stoffe überhaupt zugesetzt?

Die Erklärung ist so simpel wie auch unverschämt: Es geht wie so oft um den "schnöden" Euro. Oder besser gesagt: Für viele produzierende Unternehmen zählt nur der Gewinn. Dieser lässt sich bekanntlich leichter erhöhen, wenn möglichst günstige Rohstoffe verarbeitet werden.

Dabei werden die zugesetzten Bestandteile häufig als Füllstoffe, Emulgatoren oder einfach zur Konservierung benutzt. Aber auch besonders günstige Düfte kommen immer öfter zum Einsatz.

Im Grunde kann man sagen, dass sämtliche Substanzen verarbeitet werden, die legal und halbwegs kostengünstig zu beschaffen sind. Sehr häufig kommen deshalb synthetisch hergestellte Produkte zum Einsatz. Sie sind deutlich günstiger als natürliche Rohstoffe. 

Diese Vorgehensweise ist natürlich nicht immer zum Vorteil für den Verbraucher. 
Denn dieser kann häufig nur sehr schwer erkennen, was sich in dem Produkt eigentlich genau befindet.

Wie kann man als Verbraucher schädliche Stoffe erkennen?

In der EU gibt es eine Richtlinie zum Schutz der Verbraucher. Die "Internationale Nomenklatur für Inhaltsstoffe der Kosmetik" regelt zumindest die Anteile der jeweiligen Inhaltsstoffe. Dabei erkennt man Farbstoffe an dem Kürzel "CI" und Düfte an dem Begriff "Parfum". Im Internet finden sich dazu auch relativ übersichtliche Datenbanken, mit denen man die einzelnen Inhaltsstoffe erkennen kann. 

Sind Bioprodukte immer die bessere Wahl?

Das lässt sich so ganz pauschal nicht beantworten. Wie aber bereits beschrieben, legen die meisten Unternehmen heutzutage größten Wert auf ihren Profit. Das verleitet dazu, immer weniger biologische Rohstoffe zu verwenden. Da verwundert es kaum, dass sich selbst in vermeintlich natürlichen Kosmetikprodukten zahlreiche Bestandteile finden, die eher einem Chemiebaukasten zugeordnet werden könnten, als Mutter Natur.

Für die komplette Verwirrung des Endkunden braucht es dann schließlich nur noch ein paar "hochkarätige" Versprechen der Werbung. Mit ein paar niedlichen Tieren und grünen Pflanzen stellt dann wirklich niemand mehr die Natürlichkeit der Produkte in Frage. 

Dabei ist meistens nicht einmal das Lächeln der Werbetreibenden echt...

Fazit

 Glauben Sie nicht ungefiltert, was Ihnen die Werbung verspricht! Die meisten Kosmetikprodukte sind nicht nur rein natürlichen Ursprungs. Aufgrund der hohen Nachfrage und zur Gewinnmaximierung werden viele Inhaltsstoffe mit zum Teil hochgiftigen Bestandteilen "gestreckt".

Bei jeder Form von Kosmetik lohnt sich ein Blick in die Datenbanken des Internets. Hier finden sich zahlreiche Seiten zum Thema und Sie können ganz einfach die einzelnen Inhaltsstoffe selbst recherchieren. Die EU hat im Jahr 2014 dazu glücklicherweise ein paar Einschränkungen verabschiedet, die den Verbraucher schützen.

Trotz dieser Maßnahmen sollte sich jeder Anwender schon morgens im Bad selbst hinterfragen, bevor die nächste Schicht Schminke aufgetragen wird. Es lohnt sich für Sie und Ihre Haut, wenn Sie ab und zu ganz auf Kosmetik verzichten. Denn viele Produkte lösen Allergien oder sogar Ekzeme aus. Außerdem verstopft zu viel Kosmetik leicht die Poren. Das versuchen viele verzweifelte Anwender anschließend mit noch mehr Produkten auszugleichen. Damit beginnt häufig ein unaufhaltsamer Teufelskreis.

Viele Menschen vergessen, dass die Haut unser größtes Organ ist. Durch die Poren können wir aber leider nicht nur gesunde Stoffe in den Körper schleusen, sondern auch gefährliche Bestandteile in Sekunden aufnehmen. Dabei reagiert unsere Haut wie ein Schwamm, der alles Mögliche aufsaugt. Leider kann sie nicht selbst filtern, so dass sämtliche Inhaltsstoffe direkt im Blutkreislauf landen. Nehmen wir Gift mit der Nahrung auf, besteht zumindest die Möglichkeit, dass sie durch die Verdauungsorgane wieder aus dem Körper gespült werden.

Es lohnt sich also immer, einen kritischen Blick über den Kosmetiktiegel hinaus zu werfen.