Fair Fashion – nachhaltige Mode mit Konzept

Mit Kleidung ist es manchmal ähnlich wie mit Essen: Es gibt Fast Food – Fast Fashion. Aber es gibt auch hochwertige, nachhaltige Kleidung – Fair Fashion. Aber was ist faire Mode eigentlich? Und welches Problem haben wir mit Fast Fashion?

In den letzten Jahren hat sich der Konsum von Kleidung immens erhöht. Dabei zählt nicht mehr nur die Qualität: Günstig, aber immer nah am Trend ist wichtig. Damit die Kunden sich immer wieder und gerne mit neuer Mode eindecken, wurden Herstellungsprozesse und Stoffqualitäten an die niedrigen Preise angepasst. So hat die "schnelle Mode" nicht nur etwas mit dem zügigen Kaufen zu tun, sondern auch mit ihrer Herstellung. Der Gegenteilige Trend ist die nachhaltige Mode. Sie ist im Gegensatz zum schnellen Kleidungskonsum nachhaltig und schont die Umwelt.

Schnell – aber unfair

Dadurch, dass die schnelle Mode so günstig ist, können wir uns als Konsumenten schnell Wünsche erfüllen und bekommen ein gutes Gefühl. In Deutschland werden pro Jahr und Person durchschnittlich ca. 26 Kilogramm Textilien gekauft, oder anders gesagt: ca. 60 Kleidungsstücke. Das ist unter anderem durch den Online-Handel möglich geworden. Schnell bestellt man mal hier eine Jacke und dort einen neuen Pullover – ohne dafür in ein Geschäft gehen zu müssen. Alles kommt einfach ganz bequem per Post bis an die Haustür. Da die Konsumenten die Kleidung eher kurzzeitig tragen, muss die Qualität dementsprechend nicht mehr besonders hoch sein. Je geringer die Qualität, desto niedriger ist auch der Preis.

Der geringe Preis mag sich zwar für so manche Konsumenten bezahlbar machen – jedoch werden dafür an anderen Stellen Abstriche gemacht. Und das ist das große Problem der schnellen Mode: Irgendjemand MUSS dafür bezahlen.

Die Reise unserer Kleidung

Um das nachvollziehen zu können begeben wir uns auf die Reise, die viele unserer Kleidungsstücke bereits hinter sich gebracht haben.

Alles beginnt auf einer Baumwollplantage. Die größten Baumwollproduzenten sind
  • Indien,
  • China,
  • Brasilien,
  • Teile von Afrika und
  • die USA.
Während der Produktion benötigt Baumwolle eine große Menge Wasser. Das führt dazu, dass im Umfeld der Plantagen viele Seen und Flüsse langsam versiegen – ihr Wasser wird für das Wachstum der Pflanzen benutzt. Für ein Kilogramm Baumwolle werden beim Anbau mehr als 200 gefüllte Badewannen Wasser benötigt. Gleichzeitig werden viele Pestizide und Düngemittel eingesetzt, um die Pflanzen möglichst schnell und sicher großzuziehen. Das beeinträchtigt einerseits das Grundwasser in den entsprechenden Gebieten. Andererseits können auch die Arbeitenden dort von den chemischen Mitteln krank werden. Und das nur, weil wir gerne ein günstiges, modernes Outfit tragen möchten. 

Nach dem Wachsen auf der Plantage geht es für die Baumwolle zur Produktion, teilweise in andere Länder. Dort wird das Material zu Garn versponnen und weiterverarbeitet. Bevor es ans Nähen geht, wird geglättet, gefärbt und gebleicht was das Zeug hält. Der Einsatz von unterschiedlichen Chemikalien gehört zum Herstellungsprozess dazu. Diese Vorgänge belasten die Umwelt, denn die Rückstände solcher Mittel können durch das Abwasser in unser Grundwasser gelangen. 

Harte Arbeit für billige Kleidung

Die Arbeiten mit Chemikalien ebenso wie das Nähen der Kleidung, finden in Ländern statt, in welchen die Arbeitsschutzbestimmungen niedrig sind. Das ermöglicht eine geringe Bezahlung und dementsprechend niedrigere Preise. Neben den Löhnen sind auch die weiteren Arbeitsbedingungen moralisch zu hinterfragen: ständiger Kontakt mit schädlichen Chemikalien, die Sicherheit während der Arbeit wird eher klein geschrieben und das alles mit Niedriglohn bezahlt.

Während wir also die schnelle Mode lieben, kostet sie anderen Menschen und unserer Natur möglicherweise die Gesundheit. Das klingt alles andere als fair, oder?

Die Kleidungkommt an…

… und wird von uns ein paar Mal getragen. Dann vergessen wir die neue Hose im Kleiderschrank oder haben einen Mantel, der besser in diese Wintersaison passt als der letzte. Die lange Reise hat die Baumwolle also auf sich genommen, um bei uns nur kurze Zeit genutzt zu werden. Fast Fashion – very fast.

Mode und die Umwelt

Wie bereits gesagt: Fast Fashion tut unserer Natur nicht gut. Während des Baumwollanbaus gelangen viele Pestizide und Chemikalien in das Grundwasser der Anbauländer. Darunter leiden Natur und Menschen. Und was ist mit dem Einsatz von Mischgeweben bzw. synthetischen Kunstfasern? Ca. 65 % der Textilfasern unserer Kleidung bestehen aus solchen Geweben. Dazu gehören beispielsweise Polyamid, Polyacryl, Polyester oder Viskose. Um diese Materialien zu produzieren ist eine große Menge an fossilen Rohstoffen nötig. Das wohl größte Problem ist jedoch ihr Verbleib: Nach einer Studie der International Union of Conversation of Nature sind rund 35 % des Mikroplastikanteils in den Weltmeeren die Rückstände solcher synthetischen Textilfasern. Sie stellen somit einen besonders hohen Anteil des Mikroplastiks dar. Das kommt unter anderem daher, dass sich bei jedem Waschen kleine Mikrofasern von den Kleidungsstücken lösen, die in das Abwasser geraten.

Egal ob aus Baumwolle oder aus Kunstfaser – der hohe Kleidungskonsum schadet unserer Umwelt. Aber was kann man dagegen tun? Faire, nachhaltige Mode ist die Antwort!

Tipps gegen Fast Fashion


  • Der wohl einfachste Tipp, um großem Kleidungskonsum den Kampf anzusagen? Suchen Sie Ihre neuen Kleidungsstücke mit Bedacht aus und tragen Sie diese möglichst lange.
  • Setzen Sie auf faire Mode! Kaufen Sie Kleidung in Bio-Qualität. Das können Sie anhand verschiedener Siegel erkennen.
  • Schauen Sie sich im Secondhand-Bereich um - hier warten einige Schätze auf Sie. Und auch Ihre alte Kleidung können Sie dort veräußern. Jemand anderes wird sich darüber freuen!
  • Tauschen oder mieten Sie Kleider - im Internet gibt es eine Menge Tauschbörsen.
  • Bringen Sie Ihre Kleidung bei kleineren Abnutzungserscheinungen zum Schneider statt sie vorschnell zu entsorgen.

Fair Fashion – der moderne Gegenpart

Das Gegenteil von schneller Kleidung ist die nachhaltige Fashion. Bei Fairer Kleidung geht es darum, die negativen Aspekte der Kleidungsindustrie umzukehren. Mit ressourcenschonender Mode setzen Sie ein Statement.

Egal ob Jeans, Mantel oder Unterwäsche – mittlerweile gibt es jedes Kleidungsstück auch als fair produziert. Wer alteingesessene Vorurteile hat und bei nachhaltiger Kleidung an das Aussehen eines alten Kartoffelsackes denkt, liegt falsch. Faire Mode ist alles andere als altmodisch – sie liegt voll im Trend. Viele Marken merken, dass nachhaltige Mode immer beliebter wird und beim Kauf auf die Herkunft der Kleidungsstücke geachtet wird. Dementsprechend gibt es auch immer mehr moderne Marken, die der Fast-Fashion-Branche den Kampf ansagen.

Und was macht Fair Fashion aus?

Faire Mode wird nachhaltig produziert. Die Label verzichten schon beim Anbau der Baumwolle auf Giftstoffe. Dementsprechend ist die Produktion sowohl für die Umwelt als auch für die Produzenten schonender. Es werden keinerlei synthetische Fasern in den Garnen verwendet. Während der Herstellung steht außerdem die Schonung von Ressourcen im Vordergrund. Es wird möglichst wenig Wasser genutzt. Teilweise entsteht Kleidung aus bisher unbedachten Materialien wie Bambus. Bambus wächst schnell nach und stellt so eine natürliche Quelle dar.

Ein weiterer wichtiger Punkt im Bereich der Fairen Mode ist das Recycling. Faire Bekleidung ist aus recyclingfähigen Materialien gefertigt. Hier spielt der kreislaufbasierte Ansatz eine Rolle: So soll beispielsweise eine Hose biologisch abbaubar sein. Dadurch wird nicht einfach "verschwendet" sondern wiederverwendet.

Bessere Arbeitsbedingungen und kurze Wege

Bei Fairer Mode geht es aber nicht nur darum, durch die Materialien die Umwelt zu schonen, sondern während des Transports. So legt ein faires T-Shirt idealerweise einen wesentlich kürzeren Weg zurück als ein Fast-Fashion-Oberteil. Die Produktion findet teilweise ausschließlich in Europa statt – zu fairen Bedingungen für die Arbeitenden.

Mit dem Kauf von nachhaltiger Mode setzen sie sich also nicht nur für die Umwelt ein, sondern Sie tun auch etwas gegen Niedriglöhne und unfaire Arbeitsbedingungen.

Faire Outfits – auch in Ihrem Kleiderschrank?

Faire Mode ist ein immer wichtiger werdender Aspekt in unserer Modeindustrie. Mit der Unterstützung kann man sich für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Wie sieht es in Ihrem Kleiderschrank aus? Besitzen Sie bereits einige Kleidungsstücke nachhaltiger Label? In Deutschland gibt es mittlerweile eine weitgefächerte Auswahl fairer Marken. Und auch große Modelabel verändern teilweise ihre Philosophie und setzen auf nachhaltige Trends.